Zusammenlegung des Flugbetriebs (2012)

Airbus A320 der Austrian Airlines beim Start am Flughafen Innsbruck
Airbus A320 der Austrian Airlines: Mit der Übernahme des Flugbetriebs 2012 kamen erstmals auch Airbus-Mittelstreckenjets zur Tyrolean-Flotte.
Foto: Flo Weiss · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons

Ein Konzern in der Krise

Zu Beginn der 2010er-Jahre steckte die Austrian Airlines Group in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Als Sanierungsmaßnahme kündigte der Konzern am 30. April 2012 an, den gesamten Flugbetrieb der Austrian Airlines AG rückwirkend zum 1. Juli 2012 auf die Tyrolean Airways GmbH zu übertragen, nicht nur die bisherige Regionalflotte. Konzern-Chef Jaan Albrecht begründete den ungewöhnlichen Schritt mit den günstigeren Kollektivvertragsbedingungen bei Tyrolean und stellte ihn als notwendige Maßnahme dar, um die Muttergesellschaft Austrian Airlines wirtschaftlich zu stabilisieren.

Der Übergang am 1. Juli 2012

Zum 1. Juli 2012 gingen praktisch die gesamte Flotte der Austrian Airlines AG, rund 460 Piloten und etwa 1.500 Flugbegleiter auf die Tyrolean Airways GmbH über. Die neue Flotte umfasste neben den bisherigen Regionalflugzeugen nun auch Airbus A319, A320 und A321 sowie Boeing 767-300ER und 777-200ER. Eine einzige Boeing 777-200ER (OE-LPB) verblieb aus verkehrsrechtlichen Gründen bei der Austrian Airlines AG. Sämtliche übernommenen Flüge behielten ihre gewohnten OS-Flugnummern, trugen ab sofort jedoch den Zusatz „operated by Tyrolean”, und der bisherige Markenname „Austrian arrows” entfiel endgültig.

Widerstand und Gerichtsverfahren

Die Übertragung von Flotte und Personal war unter den Belegschaftsvertretungen hoch umstritten und wurde in der Folge mehrfach gerichtlich angefochten. Im September 2014 entschieden Gerichte in zwei Instanzen sowie der Europäische Gerichtshof im Sinne der Belegschaft, dass es sich bei der Übertragung tatsächlich um einen regulären Betriebsübergang gehandelt habe, mit entsprechenden arbeitsrechtlichen Konsequenzen für die betroffenen Beschäftigten. Die endgültige Entscheidung blieb zu diesem Zeitpunkt beim österreichischen Obersten Gerichtshof (OGH) anhängig.

Bereits im März 2014 hatte Tyrolean-Geschäftsführer Klaus Froese öffentlich eine mögliche Auflösung des Unternehmens angedeutet. Am 8. Oktober 2014 einigten sich Konzern und Belegschaft schließlich auf ein neues Kollektivvertragsmodell für das fliegende Personal, verbunden mit der Ankündigung, den Flugbetrieb wieder an die Austrian Airlines AG zurückzuübertragen. Der neue Kollektivvertrag wurde am 31. Oktober 2014 unterzeichnet und trat mit 1. Dezember 2014 in Kraft.


Quellen (Auswahl)


Weiterlesen: → Fusion und Ende als eigenständiges Unternehmen (2015)

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Dieses Kapitel ist Teil der ausführlichen Firmengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG, der Lufthansa Group oder der Swarovski-Unternehmensgruppe.