Niki: Geschichte der Fluggesellschaft

Niki war die zweite Fluglinie, die Niki Lauda nach seinem Ausstieg aus Lauda Air gründete. Als Billigfluglinie mit Sitz in Wien wuchs sie binnen wenigerer Jahre eng mit Air Berlin zusammen, bis sie 2017 gemeinsam mit ihrem deutschen Partner in die Insolvenz schlitterte.

Ein Airbus A320 der Fluglinie Niki
Ein Airbus A320 der Fluglinie Niki.
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Gründung und Aufbau als Billigfluglinie

Niki nahm den Flugbetrieb am 28. November 2003 auf. Niki Lauda gründete die Airline nach der Übernahme einzelner Vermögenswerte von Aero Lloyd Austria und positionierte sie von Anfang an als Low-Cost-Carrier mit Heimatbasis in Wien. Bereits am 9. Jänner 2004 wurde eine Kooperation mit der deutschen Air Berlin bekanntgegeben, aus der sich in den folgenden Jahren eine immer engere Partnerschaft entwickelte.

Vollständige Eingliederung in die Air Berlin-Gruppe

Im November 2011 verschmolz Niki operativ vollständig mit Air Berlin: Flugbetrieb, Buchungssystem und Flugzeuge wurden gemeinsam genutzt. Am 20. März 2012 wurde Niki als Air-Berlin-Tochter in die Allianz Oneworld aufgenommen, ab Ende 2012 erhielten die Flugzeuge die Air-Berlin-Lackierung. Air Berlin hielt 49 Prozent der Anteile; am 5. Dezember 2016 wurde ein Verkauf dieses Anteils an den Air-Berlin-Großaktionär Etihad Airways angekündigt, der jedoch nie zustande kam. Noch 2016 bediente Niki 34 Ziele, 2017 wurde das Streckennetz drastisch auf 20 Ziele mit 56 wöchentlichen Flügen ab Österreich zusammengestrichen: Die Strecke Wien–Abu Dhabi endete bis März 2017, der gesamte Flugbetrieb ab Linz wurde im Jänner 2017 eingestellt, und rund 12 Städteverbindungen ab Wien fielen bis 30. Jänner 2017 weg.

Insolvenz im Sog von Air Berlin

Air Berlin meldete am 17. August 2017 Insolvenz an. Am 12. Oktober 2017 vereinbarte die Lufthansa den Kauf von Teilen der Air-Berlin-Gruppe, darunter Niki, zog sich jedoch am 13. Dezember 2017 zurück, nachdem sich Signale verdichtet hatten, dass die EU-Kommission den Deal nicht genehmigen würde. Niki meldete daraufhin selbst Insolvenz an und stellte am 14. Dezember 2017 den gesamten Flugbetrieb ein, rund 1.000 Arbeitsplätze waren betroffen. Im Bieterverfahren um die Vermögenswerte setzte sich letztlich nicht die IAG durch, die am 29. Dezember 2017 ein Angebot über 36,5 Millionen Euro für große Teile von Niki samt 15 Airbus A321 und Streckenrechten ab Düsseldorf, München, Wien, Zürich und Palma de Mallorca abgegeben hatte, sondern Niki Laudas eigene Gesellschaft LaudaMotion, an die der Gläubigerausschuss am 23. Jänner 2018 den Zuschlag gab.

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Quellen (Auswahl)

Teil der Rubrik Österreichische Luftfahrtgeschichte. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG oder zur Lufthansa Group.