Aufbau eines Regionalnetzes (1980er-Jahre)

De Havilland Canada Dash 8-103 der Tyrolean Airways in Innsbruck, 1990
Dash 8-103 (OE-LLN) der Tyrolean Airways in Innsbruck, Juli 1990, aus der Zeit des wachsenden Regionalnetzes der 1980er-Jahre.
Foto: Ken Fielding · Lizenz: CC BY-SA 3.0 · Quelle: Wikimedia Commons

Die Dash 8 kommt zur Flotte

Nachdem sich die Dash 7 im Linienbetrieb bewährt hatte, erweiterte Tyrolean Airways sein Flugzeugmuster: Am 3. Mai 1985 wurde die erste De Havilland Canada DHC-8-100 „Dash 8″ mit 37 Sitzen in die Flotte aufgenommen, ein wirtschaftlicheres und moderneres Regionalflugzeug mit zwei statt vier Triebwerken. Die Dash 8 sollte für Jahrzehnte das Rückgrat der Turbopropflotte bleiben.

Ein Streckennetz in alle Bundesländer

Zwischen 1987 und 1993 baute Tyrolean Airways sein Angebot systematisch aus, bis Flugverbindungen in sämtliche österreichischen Bundesländer bestanden. Hinzu kamen in den Folgejahren Zubringerstrecken für internationale Partner: Icelandair, Dan-Air und die deutsche RFG aus Dortmund banden ihre eigenen Langstrecken- beziehungsweise Charterangebote über Tyrolean an Regionalziele an. 1987 flog kurzzeitig auch Pan Am Express mit Tyrolean-Maschinen nach Berlin-Tegel.

Eine der anspruchsvollsten Strecken dieser Jahre war der Linienflug nach Courchevel in den französischen Alpen: Mit der viermotorigen Dash 7 bediente Tyrolean von Mitte der 1980er- bis Ende der 1990er-Jahre einen der technisch schwierigsten Flugplätze der Welt, dessen kurze, stark geneigte Piste nur wenigen Flugzeugmustern und Piloten vorbehalten ist.

1988: Umwandlung in eine Aktiengesellschaft

1988 wandelte sich das Unternehmen rechtlich in eine Aktiengesellschaft um. 92 Prozent der Anteile verblieben bei Gernot Langes-Swarovski, der damit weiterhin als bestimmender Eigentümer hinter der schnell wachsenden Regionalfluglinie stand.

Flugrettung und Charter: neue Schwesterunternehmen

Aus dem Umfeld von Tyrolean Airways entstanden in dieser Zeit mehrere spezialisierte Schwesterunternehmen, darunter die Tyrolean Air Ambulance und der Tyrolean Jet Service für Geschäftsflüge und Ambulanzcharter. Jakob Ringler war darüber hinaus maßgeblich an der Einführung des österreichischen Notarzthubschrauber-Systems „Christophorus” beteiligt, ein Engagement, das über die eigentliche Linienfluggesellschaft hinausreichte. Beide Schwesterunternehmen lösten sich im Laufe der Zeit organisatorisch von Tyrolean Airways und bestehen, anders als die Fluggesellschaft selbst, bis heute fort.

Unter den Berufspiloten, die in dieser Ära für Tyrolean und seine Schwestergesellschaften flogen, finden sich auch prominente Namen aus dem Tiroler Sport: der Apnoetaucher Herbert Nitsch sowie die früheren Skispringer Armin Kogler und Hubert Neuper.


Quellen (Auswahl)


Weiterlesen: → Wachstum und Flottenmodernisierung (1990er-Jahre)

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Dieses Kapitel ist Teil der ausführlichen Firmengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG, der Lufthansa Group oder der Swarovski-Unternehmensgruppe.