Canadair/Bombardier CRJ100 und CRJ200 bei Tyrolean Airways

Mit dem Canadair/Bombardier CRJ100 und seiner weiterentwickelten Variante CRJ200 flog Tyrolean Airways ab Mitte der 1990er-Jahre erstmals eigene Regionaljets, die kleinste und zugleich am weitesten verbreitete Baureihe der späteren CRJ-Familie.

Canadair CRJ-200 der Tyrolean Airways
Canadair CRJ-200 der Tyrolean Airways: Ab 1996 ergänzten die 50-sitzigen Regionaljets die Turbopropflotte.
Foto: Paul Davey · Lizenz: GFDL 1.2 · Quelle: Wikimedia Commons

Entwicklung: vom Geschäftsreisejet zum Regionaljet

Die CRJ-Baureihe geht auf den Geschäftsreisejet Challenger 600 zurück. Nach der Übernahme des Herstellers Canadair durch Bombardier 1986 begannen 1987 erste Designstudien für eine gestreckte Regionaljet-Version. Der Rumpf des Challenger wurde um insgesamt rund 5,9 Meter verlängert, der Flügel für höhere Unterschallgeschwindigkeiten überarbeitet und mit Winglets versehen, Fahrwerk und Notausstiege wurden verstärkt beziehungsweise ergänzt. Das Programm startete offiziell im Frühjahr 1989 mit dem Ziel, mindestens 400 Flugzeuge zu verkaufen. Der Erstflug fand am 10. Mai 1991 in Montreal statt. Launch-Kunde Lufthansa CityLine setzte den CRJ100 im Oktober 1992 in Betrieb.

Technische Daten

  • Besatzung: 2 Piloten, Kapazität 50 Passagiere
  • Triebwerke CRJ100: 2 × General Electric CF34-3A1
  • Triebwerke CRJ200: 2 × General Electric CF34-3B1, effizienter und für höhere Reiseflughöhen ausgelegt
  • Länge / Spannweite / Höhe: 26,77 m / 21,18 m / 6,30 m
  • Reisegeschwindigkeit: Mach 0,74 (rund 786 km/h)
  • Reichweite: rund 1.650 bis 1.700 nautische Meilen, je nach Version
  • Dienstgipfelhöhe: 12.496 m (41.000 ft)

Der CRJ200 bei Tyrolean und Austrian Arrows

Tyrolean Airways führte den CRJ100/200 1996 ein und ergänzte damit sein Streckennetz um einen schnellen, 50-sitzigen Jet für Verbindungen, die für die reinen Turbopropmuster Dash 7 und Dash 8 zu lang geworden waren. Unter der späteren Marke „Austrian arrows” blieb der CRJ200 über viele Jahre Teil des Flugplans, bis die kleinen, 50-sitzigen Maschinen ab 2010 schrittweise aus der Flotte genommen wurden, einer Entwicklung, die viele europäische und nordamerikanische Betreiber in dieser Zeit aus Wirtschaftlichkeitsgründen ebenfalls vollzogen.

Insgesamt wurden von 1991 bis 2006 1.021 Flugzeuge der CRJ100/200/440-Familie gebaut. 2020 übernahm Mitsubishi Heavy Industries das gesamte CRJ-Programm samt Ersatzteilversorgung von Bombardier.

Zur Gesamtflotte von Tyrolean Airways: Die Flotte von Tyrolean Airways


Quellen (Auswahl)

Teil der Flottengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG oder zur Lufthansa Group.