Die Gründung: Von Aircraft Innsbruck zu Tyrolean Airways (1978–1980)

De Havilland Canada DHC-7-102 Dash 7, Tyrolean Airways, das erste Flugzeugmuster ab 1980
De Havilland Canada DHC-7-102 „Dash 7“, das Flugzeugmuster, mit dem Tyrolean Airways 1980 den Linienflugbetrieb aufnahm.
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Eine Idee aus der Fliegerschule

Am Anfang der Firmengeschichte steht keine Fluggesellschaft, sondern eine wissenschaftliche Arbeit: Jakob Ringler beschäftigte sich in seiner Diplomarbeit mit dem Regionalflugverkehr am Flughafen Innsbruck. 1976 trat er, noch als Privatperson, an den kanadischen Flugzeughersteller De Havilland Canada heran. Der Hersteller erstellte daraufhin, zunächst ohne feste Zusage eines Investors, eine Machbarkeitsstudie für den Einsatz eines kurzstart- und kurzlandefähigen Regionalflugzeugs ab Innsbruck.

Rund ein Jahr suchte Ringler nach einem Geldgeber. Der Vorstand der Austrian Airlines lehnte eine Beteiligung an dem Projekt ab und hielt die Strecke Innsbruck–Wien für unwirtschaftlich. Erst die Tiroler Unternehmerfamilie Langes-Swarovski ließ sich überzeugen. Gernot Langes-Swarovski soll den Ausschlag mit einem knappen Satz gegeben haben: „Jakob, wir machen das aber trotzdem.”

Von „Aircraft Innsbruck” zur Tiroler Luftfahrt GmbH

Als Vehikel für das Vorhaben diente eine bereits bestehende Gesellschaft: die von Anneliese Schuh-Proxauf und Max Schuh geführte „Aircraft Innsbruck”. 1978 übernahmen Gernot Langes-Swarovski und Christian Schwemberger-Swarovski das Unternehmen und bauten es in den folgenden Monaten zur Tiroler Luftfahrt GmbH um. 1979 erfolgte die Umbenennung in den bis heute bekannten Namen Tyrolean Airways. Jakob Ringler übernahm die Geschäftsführung des neuen Unternehmens.

Die Wahl des Flugzeugs: Warum ausgerechnet die Dash 7?

Der Flughafen Innsbruck gilt wegen seiner Lage inmitten der Alpen als einer der anspruchsvollsten Verkehrsflughäfen Europas. Die Erinnerung an den 29. Februar 1964 wirkte dabei lange nach: An diesem Tag zerschellte eine Bristol Britannia der britischen Eagle Airlines mit 83 Menschen an Bord bei schlechtem Wetter am Glungezer, der bis heute schwersten Flugkatastrophe auf österreichischem Boden. In den folgenden Jahren zogen sich mehrere Fluggesellschaften aus Innsbruck zurück, der Flughafen verzeichnete über weite Strecken der späten 1960er- und der 1970er-Jahre kaum noch Linienverkehr.

Für sein neues Unternehmen entschied sich Ringler bewusst für die viermotorige De Havilland Canada DHC-7 „Dash 7″, ein Flugzeug mit ausgeprägter Kurzstart- und Kurzlandefähigkeit (STOL). Nach eigener Aussage gab es für ihn keine echte Alternative: Die Dash 7 überzeugte durch ihre Steig- und Sinkleistung sowie durch Erfahrungswerte aus dem Einsatz unter ähnlich schwierigen Wetter- und Geländebedingungen am Flughafen von Aspen, Colorado. Nicht zuletzt erhoffte sich Ringler, mit dem robusten Flugzeugmuster auch bei Fluggästen Vertrauen in den Flugbetrieb ab Innsbruck zu schaffen. Die erste Dash 7 wurde Anfang 1979 bestellt und 1980 ausgeliefert. Tyrolean Airways war der erste europäische Betreiber dieses Flugzeugtyps.

Der 1. April 1980: Start des Linienflugbetriebs

Am 1. April 1980 nahm Tyrolean Airways mit der 50-sitzigen Dash 7 den Linienflugbetrieb auf: zunächst auf den Strecken Innsbruck–Wien und Innsbruck–Zürich. 1981 kam mit einer zweiten Dash 7 die Strecke nach Frankfurt hinzu, im selben Jahr erhielt die junge Fluggesellschaft Anschluss an das weltweite Buchungs- und Reservierungssystem der Austrian Airlines. Bereits ab Dezember 1980 flog Tyrolean zudem Ambulanzflüge für verletzte Skiurlauber nach Rotterdam, Antwerpen und London-Luton, ein frühes Beispiel für die Vielseitigkeit des kleinen Unternehmens.

Der neue Linienverkehr belebte den Flughafen Innsbruck spürbar: Noch im Gründungsjahr 1980 überschritt der Flughafen erstmals wieder die Marke von 100.000 Passagieren pro Jahr. Innerhalb weniger Jahre entwickelte sich Tyrolean Airways zu einer der größten Regionalfluggesellschaften Europas.


Quellen (Auswahl)


Weiterlesen: → Aufbau eines Regionalnetzes (1980er-Jahre)

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Dieses Kapitel ist Teil der ausführlichen Firmengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG, der Lufthansa Group oder der Swarovski-Unternehmensgruppe.