Montana Austria war in den späten 1970er-Jahren eine österreichische Pionierin des Langstreckenflugs: Mit gebrauchten Boeing 707 flog die private Wiener Fluglinie Ziele von Bangkok bis New York an, bevor ein Waffenschmuggel-Skandal 1981 ihr jähes Ende brachte.

Foto: Manfred Groihs · Lizenz: GFDL · Quelle: Wikimedia Commons
Mit der 707 von Wien in die Welt
Die 1975 von einem privaten österreichischen Unternehmer gegründete Gesellschaft, deren Name von den österreichischen Alpen inspiriert war (der Zusatz Austria kam erst später hinzu), nahm 1976 den Langstreckenverkehr ab Wien auf. Zur Flotte gehörten zwei gebrauchte Boeing 707-100, vormals bei Qantas und Braniff im Einsatz, sowie ab 1978 eine größere 707-300 mit größerer Reichweite und eigener Frachttür, zuvor bei Wardair geflogen. Pan Am schulte die Besatzungen, Aer Lingus übernahm die Wartung. Zu den Zielen zählten zunächst Bangkok mit Zwischenstopp in Bagdad, Mombasa und New York, später kamen unter anderem Hongkong, Colombo, Mexiko-Stadt, Anchorage, Rio de Janeiro, Tokio, Los Angeles und Sharjah hinzu. Daneben flog Montana Austria im Wetlease, als Charter- und Frachtfluglinie für andere Gesellschaften wie Alitalia, die nigerianische Central Airways und Hapag-Lloyd; Zubringerflüge ab Innsbruck übernahm Tyrolean Airways. Weil sich Austrian Airlines gegen Konkurrenz auf europäischen Strecken wehrte, blieb Montana Austria auf den Interkontinentalverkehr beschränkt; der Kauf einer gebrauchten Boeing 747SP wurde erwogen, aber nie umgesetzt.
Waffenschmuggel und das Ende 1981
Im Mai 1981 sollte eine der 707 einen Frachtcharter von Houston nach Johannesburg mit Zwischenstopp auf den Kapverden durchführen. Beim Zwischenstopp fand der Zoll eine illegale Waffenladung an Bord, die Besatzung wurde festgenommen. Die Fluglinie erklärte, von der Fracht nichts gewusst zu haben, doch der Reputationsschaden war immens, Aufträge brachen weg. Bereits im Juli 1981 meldete Montana Austria Insolvenz an und stellte den Flugbetrieb noch im selben Monat ein; tausende Passagiere mit Rückflugtickets nach Wien blieben im Ausland zurück.
Weiterlesen: Austrian Airlines · Österreichische Luftfahrtgeschichte
Quellen (Auswahl)
- aerotelegraph.com: Montana Austria, die vergessene Pionierin des Langstreckenflugs ab Wien
- Wikipedia: Montana Austria
Teil der Rubrik Österreichische Luftfahrtgeschichte. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG oder zur Lufthansa Group.