Die Geschichte von Tyrolean Airways

Hinweis: Diese Seite ist ein unabhängiges, privates Geschichtsprojekt. Es besteht keine Verbindung zur Austrian Airlines AG, der Lufthansa Group oder der Swarovski-Unternehmensgruppe. Angaben zu Jahreszahlen variieren je nach Quelle teils leicht; wir haben uns um die bestmögliche Einordnung bemüht und weisen auf widersprüchliche Überlieferungen hin, wo sie bestehen.

Die Anfänge (1978–1980)

Tyrolean Airways geht auf ein Tiroler Luftfahrtunternehmen zurück, das 1978 im Zuge einer Eigentümerübernahme neu aufgestellt wurde: Die bestehende Gesellschaft „Aircraft Innsbruck” wurde von Mitgliedern der Tiroler Unternehmerfamilie Langes-Swarovski übernommen und in den folgenden Jahren zur Tiroler Luftfahrt GmbH umgebaut, die unter dem Namen Tyrolean Airways firmierte.

Am 1. April 1980 nahm die Fluglinie den Linienflugbetrieb auf – mit einer de Havilland Canada DHC-7 „Dash 7″ auf den Strecken Innsbruck–Wien und Innsbruck–Zürich. Die Wahl dieses kurzstart- und -landefähigen Flugzeugtyps war kein Zufall: Der Flughafen Innsbruck gilt aufgrund seiner Lage inmitten der Alpen als anspruchsvoll, was nach einem schweren Flugunfall 1964 besondere Sorgfalt bei der Flugzeugwahl nahelegte. Managing Director der ersten Stunde war Jakob Ringler.

Aufbau eines Regionalnetzes (1980er-Jahre)

In den 1980er-Jahren baute Tyrolean Airways sein Streckennetz von Innsbruck aus kontinuierlich aus und etablierte sich als wichtigste Regionalfluglinie Westösterreichs. 1985 kam mit der De Havilland Canada DHC-8 „Dash 8″ ein moderneres, größeres Flugzeugmuster zur Flotte. In dieser Zeit entstanden aus dem Unternehmensumfeld auch spezialisierte Tochter- bzw. Schwesteraktivitäten im Bereich Flugrettung und Jet-Charter, die sich später als eigenständige Unternehmen (u. a. der bis heute bestehende Flugrettungsbetrieb) von der Linienfluggesellschaft Tyrolean Airways trennten.

Wachstum und Flottenmodernisierung (1990er-Jahre)

In den 1990er-Jahren erweiterte Tyrolean Airways sein Angebot um düsengetriebene Regionalflugzeuge der Typen Fokker 70 und Fokker 100 sowie Regionaljets der Canadair/Bombardier CRJ100/200-Familie und flog damit ein wachsendes Streckennetz zu zahlreichen europäischen Zielen, vorrangig aus Innsbruck und Wien.

Übernahme durch die Austrian Airlines Group (1998)

Im März 1998 übernahm die Austrian Airlines AG die Mehrheit an Tyrolean Airways, nachdem die Familie Langes-Swarovski das Unternehmen zum Verkauf angeboten hatte. Tyrolean Airways wurde damit Teil der Austrian Airlines Group und übernahm fortan einen wesentlichen Teil des Regional- und Zubringerverkehrs für die Unternehmensgruppe, blieb dabei jedoch als eigenständige operative Gesellschaft mit Sitz in Innsbruck bestehen.

Die Marke „Austrian Arrows” (2003–2010)

Im Zuge einer Markenvereinheitlichung innerhalb der Austrian Airlines Group wurde die von Tyrolean betriebene Regionalflotte 2003 unter der gemeinsamen Marke Austrian Arrows zusammengefasst und in der Außenlackierung an das Erscheinungsbild der Muttergesellschaft angepasst. Rechtlich und organisatorisch blieb Tyrolean Airways GmbH jedoch weiterhin die betreibende Fluggesellschaft mit eigenem Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC) und Heimatbasis Innsbruck. Zur Flotte unter dieser Marke zählten im Zeitverlauf unter anderem Fokker 70/100, Canadair CRJ100/200, de Havilland Dash 8 (Q300/Q400) sowie zeitweise weitere Regionalflugzeugtypen.

2010 wurde die Marke „Austrian Arrows” wieder aufgegeben; die Flugzeuge erhielten die reguläre „Austrian”-Lackierung. Im selben Zeitraum begann die Gruppe, die kleineren 50-sitzigen CRJ200-Maschinen schrittweise aus der Flotte zu nehmen.

Zusammenlegung des Flugbetriebs (2012)

Mitte 2012 – nach einem monatelangen Arbeitsrechtskonflikt rund um ein geplantes Sanierungsprogramm und ein neues Kollektivvertragsmodell für das fliegende Personal – übertrug die Austrian Airlines AG ihren gesamten Flugbetrieb inklusive nahezu der gesamten Flotte und des Cockpit- sowie Kabinenpersonals auf die Tyrolean Airways GmbH. Damit wurden ab diesem Zeitpunkt praktisch alle Austrian-Flüge formal „operated by Tyrolean” durchgeführt (mit Ausnahme einzelner Langstreckenflüge, die aus zulassungsrechtlichen Gründen beim Austrian-Luftverkehrsbetreiberzeugnis verblieben). Diese Umstrukturierung war unter den Belegschaftsvertretungen stark umstritten und Gegenstand mehrerer arbeitsgerichtlicher Verfahren.

Fusion und Ende als eigenständiges Unternehmen (2015)

Nach Einigung auf ein neues Kollektivvertragswerk für das Flugpersonal wurde die Tyrolean Airways GmbH mit Wirksamkeit 31. März 2015 als eigenständige Gesellschaft aufgelöst und in die Austrian Airlines AG eingegliedert. Ab 1. April 2015 wurden sämtliche Flüge wieder unmittelbar unter der Bezeichnung „Austrian Airlines” durchgeführt; der Zusatz „operated by Tyrolean” entfiel.

Was bleibt: Tyrolean Technik

Während die Fluggesellschaft Tyrolean Airways als Rechtspersönlichkeit 2015 aufgehört hat zu existieren, blieb der technische Wartungsbetrieb am Standort Innsbruck – Tyrolean Technik – als eigenständiger Wartungs-, Instandhaltungs- und Überholungsbetrieb (MRO) innerhalb der Unternehmensgruppe bestehen und führt die jahrzehntelange luftfahrttechnische Tradition Innsbrucks bis heute fort.

Bedeutung für Tirol und Innsbruck

Über mehr als drei Jahrzehnte war Tyrolean Airways eng mit der Luftfahrtgeschichte Innsbrucks verbunden: als Arbeitgeber, als Anbieter wichtiger Flugverbindungen für einen Flughafen mit anspruchsvollem alpinem Umfeld und als eine der traditionsreichsten Regionalfluggesellschaften Österreichs.


Quellen (Auswahl)

Diese Darstellung wurde auf Basis mehrerer öffentlich zugänglicher Quellen recherchiert und in eigenen Worten zusammengefasst, u. a.:


Weiterlesen: → Die Flotte von Tyrolean Airways – alle eingesetzten Flugzeugtypen im Überblick.