Teil der Rubrik Österreichische Luftfahrtgeschichte. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG oder zur Lufthansa Group.
Niki Lauda ist vor allem als dreifacher Formel-1-Weltmeister bekannt, doch er war auch Gründer der zweiten österreichischen Linienfluggesellschaft: Lauda Air. Ihre Geschichte verlief phasenweise parallel zu jener von Tyrolean Airways, bevor beide Unternehmen schließlich unter dem Dach der Austrian Airlines Group zusammengeführt wurden.
Gründung mitten in der Formel-1-Karriere
Niki Lauda gründete Lauda Air im April 1979, noch während seiner aktiven Formel-1-Karriere, gemeinsam mit dem Reisebüro Itas. Die junge Gesellschaft übernahm die Bedarfsflugkonzession der Alpair und startete im Mai 1979 mit zwei gebrauchten Fokker F27 den Charterflugbetrieb für Touristikreisen.
Anfang 1983 musste Lauda den Flugbetrieb nach starkem Druck von Austrian Airlines im Heimatmarkt zunächst wieder einstellen. Erst Ende 1985 nahm er mit zwei geleasten BAC 1-11 den regelmäßigen Flugbetrieb wieder auf, später ergänzt durch Boeing 737.
Österreichs zweite Linienfluggesellschaft
Lauda Air erhielt in der Folge eine Linienflugkonzession und wurde damit nach Austrian Airlines zur zweiten Linienfluggesellschaft Österreichs. Ab 1988 setzte das Unternehmen Boeing 767-300ER auf Langstrecken ab Wien ein, unter anderem nach Bangkok, Hongkong und Sydney, und etablierte sich als ernstzunehmender Wettbewerber zur staatsnahen Austrian Airlines. 1990 stieg die deutsche Fluggesellschaft Condor mit rund 25 Prozent bei Lauda Air ein.
Der Absturz von 1991
Am 26. Mai 1991 stürzte eine Boeing 767 der Lauda Air (OE-LAV, „Mozart”) auf dem Flug von Hongkong nach Wien ab, nachdem sich im Reiseflug ein Schubumkehrer am linken Triebwerk fälschlich ausgefahren hatte. Alle 223 Insassen kamen ums Leben. Der Unfall gehört zu den folgenreichsten der zivilen Luftfahrtgeschichte und führte zu weitreichenden technischen Nachrüstungen bei Boeing 767 weltweit.
Schrittweise Integration in die Austrian Airlines Group
Ab 1996 kooperierten Lauda Air und Austrian Airlines zunächst punktuell, später im Rahmen einer strategischen Partnerschaft, an der sich auch die Lufthansa Group beteiligte. 2001 wurde Lauda Air zur 99-prozentigen Tochter von Austrian Airlines, Niki Lauda selbst schied aus dem operativen Geschäft aus. Ende März 2013 wurde die Marke Lauda Air schließlich endgültig aufgegeben, der verbliebene Ferienflugbetrieb firmierte fortan als „Austrian myHolidays”.
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