Die Fokker-Jets: Fokker 70 und Fokker 100

Teil der Flottengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG oder zur Lufthansa Group.

Mit der Fokker 70 und der größeren Fokker 100 hielten in den 1990er-Jahren erstmals reine Düsenflugzeuge niederländischer Herkunft Einzug in die Flotte von Tyrolean Airways beziehungsweise der gemeinsamen Marke Austrian Arrows.

Fokker 100: Die Basis

Die Fokker 100 flog erstmals 1986 und war eine moderne Weiterentwicklung der Fokker F28 „Fellowship”. Sie bot in der Standardbestuhlung rund 100 Sitzplätze und wurde von zwei Rolls-Royce-Tay-620-Triebwerken angetrieben.

Fokker 70: Die kleinere Schwester

Im November 1992 stellte Fokker mit der Fokker 70 eine um 4,62 Meter verkürzte, rund 80-sitzige Variante vor, die nahezu dieselben Tragflächen und dieselben Triebwerke wie die Fokker 100 nutzte. Der Prototyp flog im April 1993 erstmals, die Serienfertigung begann im Februar 1994, die Musterzulassung folgte im Oktober desselben Jahres.

Das abrupte Ende: Fokkers Insolvenz 1996

Nur zwei Jahre nach Zulassung der Fokker 70 meldete der niederländische Hersteller im Februar 1996 Insolvenz an. Die Produktion beider Muster endete 1997, von der Fokker 70 entstanden insgesamt nur 48 Exemplare, was sie zu keinem kommerziellen Erfolg machte. Austrian Airlines beziehungsweise Austrian Arrows gehörten dennoch zu den bedeutenderen Betreibern beider Typen und hielten ihnen über viele Jahre die Treue, in einer Zeit, in der viele andere Fluggesellschaften bereits auf andere Hersteller umstiegen.

Einsatz bei Tyrolean Airways / Austrian Arrows

Innerhalb der Austrian Airlines Group kamen Fokker 70 und Fokker 100 vorrangig auf mittleren europäischen Strecken zum Einsatz, oft parallel zu den Canadair/Bombardier CRJ100/200-Regionaljets und den größeren Turboprops der Dash-8-Familie. Nach der Zusammenlegung des Flugbetriebs 2012 wurden die verbliebenen Fokker-Maschinen formal unter dem Betreibercode von Tyrolean Airways geführt, auch wenn die Jets ursprünglich als Austrian-Airlines-Flugzeuge beschafft worden waren. Die letzten Fokker 100 wurden Anfang 2018 aus der aktiven Flotte der Gruppe ausgemustert.

Wo fliegen die Typen heute noch?

Von den weltweit verbliebenen Exemplaren sind nur noch wenige im Liniendienst, unter anderem bei kleineren Fluggesellschaften in Papua-Neuguinea, Kenia und Somalia sowie als Militärmaschinen. In Europa ist der Typ aus dem regulären Linienverkehr praktisch verschwunden.

Zur Gesamtflotte von Tyrolean Airways: Die Flotte von Tyrolean Airways · Zu den Zwischenfällen im Konzernumfeld: Zwischenfälle und Sicherheitsbilanz


Quellen (Auswahl)