De Havilland Dash 7 bei Tyrolean Airways

Die De Havilland Canada DHC-7 „Dash 7″ war das erste Flugzeug, mit dem Tyrolean Airways am 1. April 1980 den Linienflugbetrieb aufnahm, und blieb bis in die 1990er-Jahre Teil der Flotte.

De Havilland Canada Dash 7 der Tyrolean Airways
De Havilland Canada DHC-7-102 „Dash 7“ der Tyrolean Airways, dem ersten europäischen Betreiber des Typs.
Foto: Manfred Groihs · Lizenz: GFDL · Quelle: Wikimedia Commons

Entwicklung: ein STOL-Flugzeug für anspruchsvolle Flugplätze

Die Entwicklung der Dash 7 begann 1972 bei De Havilland Canada, im Prinzip als vergrößerte, viermotorige Version der kleineren DHC-6 Twin Otter, mit Druckkabine und T-Leitwerk. Ziel war ein leises Regionalflugzeug für rund 50 Passagiere, das von nur 610 Meter kurzen Pisten aus operieren kann (STOL, Short Takeoff and Landing). Dafür erhielt die Dash 7 vier vergleichsweise kleine, langsam drehende Propeller sowie doppelte Fowler-Landeklappen, Spoilerons und Bodenspoiler, die steile Anflüge und kurze Landestrecken ermöglichen. Der Erstflug fand am 27. März 1975 statt, die Indienststellung 1978 bei der kanadischen Rocky Mountain Airways.

Technische Daten (DHC-7-102)

  • Besatzung: 2 Piloten
  • Kapazität: 50 bis 54 Passagiere
  • Triebwerke: 4 × Pratt & Whitney Canada PT6A-50, je 1.120 PS (840 kW)
  • Länge / Spannweite / Höhe: 24,58 m / 28,35 m / 7,98 m
  • Höchstgeschwindigkeit: rund 428 km/h
  • Reichweite: rund 1.280 km mit voller Kabine
  • Startstrecke / Landestrecke: rund 690 m / rund 594 m

Warum die Dash 7 zu Tyrolean passte

Für den anspruchsvollen Flugbetrieb ab Innsbruck, einem Flughafen inmitten der Alpen mit kurzen Anflugwegen und wechselhaftem Bergwetter, war die ausgeprägte Kurzstart- und Kurzlandefähigkeit der Dash 7 ein entscheidendes Argument. Die vier Triebwerke erhöhten zudem bei niedrigen Geschwindigkeiten durch den sogenannten Propwash den Auftrieb an der Tragfläche, und ein Triebwerksausfall wirkte sich wegen der symmetrischeren Schubverteilung weniger dramatisch aus als bei zweimotorigen Mustern. Tyrolean Airways war der erste europäische Betreiber der Dash 7 und erhielt mit einer weiteren Maschine später sogar das letzte je gebaute Exemplar des Typs.

Insgesamt wurden zwischen 1975 und 1988 114 Exemplare der Dash 7 gebaut. Der Hersteller De Havilland Canada wurde 1986 von Boeing übernommen, das Typenzertifikat ging später an Bombardier und 2006 schließlich an Viking Air.

Zur Gesamtflotte von Tyrolean Airways: Die Flotte von Tyrolean Airways

Legendäre Landung: Courchevel

Der französische Alpenflughafen Courchevel gilt mit seiner nur 537 Meter kurzen, stark geneigten Piste als einer der anspruchsvollsten Flugplätze der Welt. Eine Dash 7 der Tyrolean Airways mit dem Kennzeichen OE-LLU, dieselbe Maschine, die auch in der Bildergalerie dieser Seite in früherer Lackierung zu sehen ist, konnte dort laut der auf den Flugzeugtyp spezialisierten Seite dash7.at ohne die sonst für Courchevel üblichen Gewichtsbeschränkungen landen. Eine Aufnahme dieser Landung ist auf YouTube erhalten:

Die Piste des Altiport Courchevel
Die nur 537 Meter kurze, stark geneigte Piste des Altiport Courchevel, aufgenommen 2007.
Foto: DimiTalen · Lizenz: CC0 · Quelle: Wikimedia Commons

Video: Landung einer Tyrolean-Airways-Dash-7 in Courchevel, via YouTube.

Funfact: Courchevel ist auch heute noch einer der wenigen Flughäfen Europas, an denen reguläre Linien- und Charterflüge ausschließlich mit STOL-tauglichen Mustern erlaubt sind. Die kurze, bergauf verlaufende Piste lässt kein Durchstarten im letzten Moment zu, ein gelandetes Flugzeug muss die Landung zu Ende führen.

Quellen (Auswahl)

Teil der Flottengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG oder zur Lufthansa Group.