Was bleibt: Tyrolean Technik

Dash 8-400 in einem Wartungshangar
Dash 8-400 im Wartungshangar: Der Turbopropflugzeugtyp bleibt bis heute ein Schwerpunkt der technischen Wartung in Innsbruck.
Foto: Doronenko · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Quelle: Wikimedia Commons

Eine eigene Gesellschaft für die Technik

Als die Fluggesellschaft Tyrolean Airways am 1. April 2015 in der Austrian Airlines AG aufging, blieb der technische Wartungsbetrieb am Standort Innsbruck zunächst eigenständig bestehen: Bereits am 1. März 2015 war er in die neu gegründete Tyrolean Airways Luftfahrzeuge Technik GmbH, kurz Tyrolean Technik, ausgegliedert worden. Das Unternehmen war als hundertprozentige Tochter der Austrian Airlines auf Wartung, Instandsetzung und Überholung (MRO) von Turbopropflugzeugen spezialisiert, vor allem der Dash 8-400. Zu den angebotenen Leistungen zählten A- und C-Checks, der Austausch von Triebwerken, Propellern und Fahrwerken, Transit- und Vorflugkontrollen, Systemfehlersuche sowie AOG-Soforthilfe für außerplanmäßig liegengebliebene Flugzeuge, zusätzlich zu Schulungs- und Beratungsleistungen.

Engere Kooperation mit Bratislava

Im Juli 2016 kündigte die Austrian Airlines Group eine engere Zusammenarbeit zwischen Tyrolean Technik und der Austrian Technik Bratislava an, ohne dass eine gesellschaftsrechtliche Fusion beider Betriebe vorgesehen war. Wolfgang Henle, Geschäftsführer in Bratislava, und Bernd Meyer, Geschäftsführer in Innsbruck, übernahmen im Zuge dieser Kooperation wechselseitig auch die Geschäftsführung der jeweils anderen Gesellschaft. Während sich Tyrolean Technik weiterhin auf die Linien- und Schwerwartung der Dash 8-400 konzentrierte, deckte Bratislava die Schwerwartung von Fokker- und Embraer-Jets ab. Beide Standorte erzielten damals rund 60 Prozent ihres Umsatzes mit Kunden außerhalb der eigenen Fluggesellschaftsgruppe.

Das Ende des eigenständigen Turboprop-Geschäfts

Nur wenige Jahre später kam das Aus für den eigenständigen Wartungsbetrieb: Nach Berichten der Fachpresse stellte Tyrolean Technik ihr Turboprop-MRO-Geschäft bis zum ersten Halbjahr 2018 ein, nach 38 Jahren technischer Tradition am Standort Innsbruck. Als Gründe wurden ein rückläufiges Marktvolumen und steigende Kosten für die Wartung des Flugzeugtyps genannt. Eine zentrale Datenbank für Luftfahrtunternehmen verzeichnet für die Gesellschaft Tyrolean Technik entsprechend den 31. Juli 2018 als Datum der Betriebseinstellung.

Zu den heutigen technischen Aktivitäten am Flughafen Innsbruck nach diesem Zeitpunkt liegen uns keine belastbaren, öffentlich zugänglichen Quellen vor; wir verzichten deshalb bewusst auf unbelegte Angaben dazu und aktualisieren diesen Abschnitt, sobald uns verlässliche Informationen vorliegen. Festzuhalten bleibt: Die über Jahrzehnte gewachsene luftfahrttechnische Tradition Innsbrucks, von der ersten Dash-7-Wartung 1980 bis zum eigenständigen MRO-Betrieb der 2010er-Jahre, ist ein wesentlicher, oft übersehener Teil der Firmengeschichte von Tyrolean Airways.


Quellen (Auswahl)


← Fusion und Ende als eigenständiges Unternehmen (2015) · Zurück zur Übersicht

Dieses Kapitel ist Teil der ausführlichen Firmengeschichte von Tyrolean Airways. Unabhängiges, privates Geschichtsprojekt ohne Verbindung zur Austrian Airlines AG, der Lufthansa Group oder der Swarovski-Unternehmensgruppe.